Apples EU-App-Store-Regeln stehen unter schärferer Beobachtung

Close-up view of a smartphone displaying apps, held by a hand, with a blurred laptop in the background., tags: apples digital markets - pexel

Apples überarbeitete App-Store-Richtlinien in Europa geraten erneut unter die Lupe, während die Europäische Kommission prüft, ob die Änderungen mit dem Digital Markets Act (DMA) vereinbar sind. Das Gesetz, das 2022 in Kraft trat, soll verhindern, dass dominante Tech-Unternehmen ihre Marktmacht unfair ausnutzen, und kleineren Konkurrenten gleiche Wettbewerbsbedingungen sichern. Zu Apples jüngsten Anpassungen gehören ein neues Gebührenmodell und aktualisierte Regeln dafür, wie Entwickler externe Angebote bewerben dürfen.

EU bittet Entwickler um Feedback

Zur Bewertung der Konformität hat die Kommission vertrauliche Fragebögen an App-Entwickler und andere beteiligte Unternehmen verschickt. Die Aufsichtsbehörden wollen herausfinden, ob Apples Richtlinien den Markt wirklich öffnen oder Kosten lediglich auf neue Art verlagern.

Das Feedback wird ein zentraler Faktor für die nächste Bewertung der Kommission sein. Sollte Apple gegen die Vorgaben verstoßen, drohen Geldbußen von bis zu 5 Prozent des durchschnittlichen weltweiten Tagesumsatzes – eine Strafe, die in die Hunderte Millionen Euro gehen könnte.

Apples überarbeitete Regeln

Das neue Regelwerk, das im Herbst in Kraft treten soll, lockert Beschränkungen und erlaubt Entwicklern, Nutzer*innen nicht nur auf Angebote auf der eigenen Website, sondern auch in anderen Apps und Marktplätzen weiterzuleiten.

Apple hat außerdem die umstrittene Core Technology Fee durch ein neues Modell ersetzt: eine Initial Acquisition Fee von 5 Prozent auf Käufe, die neue Nutzer*innen im ersten Jahr tätigen, sowie eine Store Services Fee von 10 Prozent auf spätere Transaktionen, die für kleinere Entwickler auf 5 Prozent reduziert wird. Apple begründet die Maßnahmen damit, dass sie EU-rechtliche Vorgaben erfüllen und gleichzeitig Sicherheit sowie Vertrauen der User im App Store bewahren sollen.

Geteilte Reaktionen aus der Entwickler-Community

Unter Entwickler*innen herrscht Uneinigkeit darüber, ob die Änderungen weit genug gehen. Unabhängige Studios befürchten, dass trotz niedrigerer Provisionssätze versteckte Kosten wie Akquisitions- und Technologiegebühren die Nutzung des App Store letztlich verteuern könnten.

Auch größere Unternehmen teilen diese Bedenken und warnen davor, dass die finanzielle Gesamtbelastung weiterhin hoch bleibt. Spotify bezeichnete den neuen Plan als „inakzeptabel“, während Epic-Games-Chef Tim Sweeney Apple „böswillige Umsetzung“ mit „Schrottgebühren“ vorwarf.

Die endgültige Entscheidung der EU wird nicht nur Apples Geschäftsmodell betreffen, sondern auch beeinflussen, wie andere globale Tech-Konzerne ihre Praktiken in Europa unter dem DMA anpassen.